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Münchner Innovationspreis

Digitalisierung der Münchner Friedhöfe

Am 19. Juli 2022 durften wir im Munich Urban Colab den Münchner Innovationspreis von Bürgermeisterin Katrin Habenschaden entgegen nehmen. Hierbei haben wir mit unserem Konzept zur Digitalisierung der Münchner Friedhöfe überzeugt und unsere Idee im Anschluss gemeinsam mit der Stadt weiterentwickelt. Lest hier alles über die Journey und unsere Ergebnisse.
a picture of lorenz giving the innovation award winning speech

Challenge

Die Städtischen Friedhöfe München verwalten 29 Friedhöfe mit ca. 260.000 Gräbern und jährlich etwa 11.000 Bestattungen. Insgesamt macht das über 100.000 Kund*innenkontakte pro Jahr. Hinzu kommen die Kontakte zu Dienstleistenden, Handwerk und Geistlichkeit. Mit der Entwicklung einer Friedhofs-App möchten die Städtischen Friedhöfe München die Beziehung zu Kund*innen und Besucher*innen auf den Friedhöfen auf eine neue Dimension des Erlebens heben. Durch digitale Visualisierung und Vernetzung vorhandener Daten sollen Entscheidungsprozesse, z.B. beim Kauf eines Grabes, vereinfacht sowie Entwicklungsprozesse, wie neue Mobilitätskonzepte für Radfahrende oder Mobilitätseingeschränkte angestoßen werden. (Auszug aus der Pressemitteilung der Stadt München)

Konzept

Die Friedhöfe München App stellt eine zentrale Informationsplattform für die vielfältigen Besucher der Friedhöfe dar. Eine innovative Augmented Reality Navigation ermöglicht ein effizientes und zielgenaues Finden von Gräbern und erleichtert die Suche von freien Grabstellen im Rahmen der individuellen Bestattungsvorsorge. Ein Friedhof ist nicht nur ein Ort der Trauer, sondern auch der Begegnung. Geolokationsbasierte Audiotouren ermöglichen Besuchern die Friedhöfe auf eine neue Art zu entdecken.

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Wireframe

Als potentester Anwendungsfall wurde der Prozess des Erwerbs einer Grabstelle identifiziert und in einem menschzentrierten Gestaltungsprozess umgesetzt. Dazu wurden in einem ersten Schritt Grabverkäufer interviewt, gemeinsam der Prozess des Grabverkaufsgesprächs simuliert und abschließend die Bedürfnisse der Kunden beim Grab Kauf identifiziert und ihre Entscheidungskriterien priorisiert:

  1. Preis
  2. Nähe zum Eingang
  3. Lage und Umfeld
  4. Grab Art und Bestattungsform
  5. Einschränkungen bei Grabmahl und Fundamenten
  6. Schatten, Brunnen und Bänke in der Nähe

Zudem wurden für den Grab Kauf mögliche Nutzungskontexte festgelegt. Aktuell wird der Grab Kauf rein analog vor Ort in einem Verkaufsgespräch mit dem Grabverkäufer vollzogen. Zukünftig soll die Friedhofsapp genutzt werden, um diesen persönlichen Verkaufsprozess vorab zu unterstützen, jedoch in keinem Fall zu ersetzen. Die Anwendung soll Interessierten die Möglichkeit geben bereits eine Vorauswahl zu treffen.

In der Matrix möglicher Nutzungskontexte (Nutzung der Applikation auf dem Smartphone vor Ort auf dem Friedhofsgelände, beziehungsweise eine Vorinformation zu Hause) wurde zunächst eine heimische Desktopanwendung als wahrscheinlichster Anwendungsfall für den Use-Case identifiziert und die Entwicklung entsprechend darauf ausgerichtet.

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Prototyp

Dieser Interaktionsprototyp wurde - im Sinne eines iterativen und Menschzentrierten Entwicklungsprozesses - genutzt, um die Rückmeldung potentieller Nut-zer:innen zu erheben und in die Weiterentwicklung einfließen zu lassen. Dazu wurden diese gebeten mit Hilfe des Prototyps ein Grab zu wählen und dabei ihre Gedanken kontinuierlich zu äußern (Thinking Aloud Nutzerstudie). Neben ästhetischen Rückmeldungen konnten dadurch noch bestehende Schwierigkeiten und Missverständnisse im Interaktionsdesign identifiziert werden. Auf Grundlage dieser Ergebnisse wurde der finale Design Prototyp dieser Co-Creation Phase erstellt.

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